Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Mt 18, 20)

Wegweiser – Bibelworte für Mittwoch, 15. Juli – dazu Gedanken und Informationen zum kommenden Wochenende

Kluge Sprüche gibt es viele. Auch Men­schen, die gerne mal andere mit ihren Lebensweisheiten, Erfahrungen und gut gemeinten Ratschlägen beglücken. Dass da manchmal der Unter­schied von einem „klugen“ zum „dummen“ Spruch nicht allzu groß ist, versteht sich fast von selbst.

Und nun dieser Vers aus dem Sprüchebuch der Bibel, der mir zu denken gegeben hat, als ich ihn für einen Beitrag zu bearbeiten hatte. Auch nur unnötige Worte und Besserwisserei – oder doch, wie es die Gattung verspricht, echte Weisheitsli­teratur? Gedanken, die mich in guter Weise herausfordern, mein Leben zu überdenken – oder platte Sprüche?

„Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr; ein anderer kargt, wo er nicht soll, und wird doch ärmer.“ Sprüche 11, 24

Nein, das ist kein dummer Spruch, wie ich meine. Es sind lebensgeprüfte Erfahrungen mit der Ökonomie Gottes, dem Prinzip einer göttlich geprägten Haushalterschaft, die uns in der Bibel immer wieder beschrieben werden. Auf den Punkt gebracht heißt es hier: Wer mit den vielfältigen Gaben, die Gott ihm geschenkt und zur Verwaltung anvertraut hat, großzügig und freigiebig umgeht, sie investiert in gute Dinge, der kann sich freuen. Denn er steht am Ende nicht mit leeren Händen da. Ganz im Gegenteil! Er wird Überflusserfahrungen machen.

Überflusserfahrungen. Einmal, weil, wie es meine Oma schon immer sagte, auf dem Geben und Teilen ein besonderer Segen Gottes liegt. Das heißt: Geber sind Menschen, die andere beglü­cken. Aber weil das Glück des Teilens auch auf den zurückfällt, der es verursacht, darum wird er selber Freude erfahren. Freude, die dann entsteht, wenn man anderen geholfen hat. Freude, durch die Erfahrung, gebraucht worden zu sein. Freude, weil man für etwas einsteht, das unser Gewissen nicht in Unruhe versetzt, sondern befriedet.

Halten wir das fest. Das biblische Prinzip zum Glücklichsein heißt kurzgefasst: Wer gibt, der gewinnt. Und wer großzügig austeilt, der muss sich nicht wundern, wenn er Momente tiefer Befriedigung erlebt. Dabei ist es nebensächlich, ob es sich beim Teilen um „Zeitgaben“, um aufrichtige Hinwendungen an einen anderen Menschen, oder um eine tätig werdende Liebe handelt. Natürlich ist hier auch das vorbehaltlose Teilen materieller Güter zu nennen, das Menschen, die bedürftig sind, Hilfe, Ansehen und Würde gibt.

Und noch ein weiteres Geheimnis ist zu nennen, das sich im göttlichen Prinzip des Teilens auftut. Wer gibt, macht nicht selten die Erfahrung, dass die Hände, die um Gottes Willen beim Teilen geleert wurden, nicht lange leer bleiben müssen. Immerhin Gott hat versprochen, für den zu sorgen, der sich für seine Sache investiert. Jesus brachte es in seiner Bergpredigt auf den Punkt, als er über das Thema des Sorgens sprach: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ Matthäus 6,33

Offensichtlich kann diese Erfahrung aber nur der ma­chen, dessen Hände zuvor „losgelassen“ haben. Wie gesagt: „Einer teilt reichlich aus und hat immer mehr…“

Ein anderer aber, der krampfhaft seine Güter festhält, der in dem Irrglauben lebt, durch raffgieriges Horten reich zu bleiben, der verarmt. Oft seelisch. Nicht selten auch in seinen Beziehungen. Und manchmal sogar materiell. Denn wenn einer „kargt, wo er nicht soll, der wird doch ärmer.“

Persönliche Herausforderung:

Es fragt sich nun, zu welchem Typ wir gehören und ob uns dieses wirklich „weise Sprichwort“ auch zu deinem „Lebenswort“ werden darf.

Und nun zum Wochenendteil dieses Briefes.

  • Da möchte ich zuerst darauf hinweisen, dass der Pastor ab Donnerstag in Urlaub ist. In dringenden Fällen ist vorerst Günther Ankele der kompetente Ansprechpartner, der weiterhelfen kann.
  • Auch die „Wegweiser – Bibelworte“ gehen in die Sommerpause bis zum Ende der Ferien. Die Gedanken zum Wochenende wird es aber weiterhin geben.
  • Ansonsten lade ich für Donnerstag, den 16.7., zum zweiten „Gebetshaus“ ein.
    Ab 17.30 Uhr ist unser Gemeindehaus für ca. 1 Stunde geöffnet zum Beten.
    Günther Ankele und andere Mitarbeiter sind in dieser Zeit vor Ort und ansprechbar. Herzliche Einladung dazu.
  • Am kommenden Sonntag empfehle ich euch einen Online-Gottesdienst aus der Hochschule in Ewersbach. Prof. Johannes Reimer, der eigentlich vor wenigen Wochen bei uns predigen sollte, ist dann dort zu erleben. Hier der passende Link:

https://www.youtube.com/watch?v=iOMHENjAdVo

  • Am nächsten Dienstag, den 21.7. um 18.30 Uhr findet im Gemeindehaus wieder ein Aufatmen-Gottesdienst statt, den Günther Ankele gestalten wird.
    Herzliche Einladung dazu.
  • Und am Sonntag, 26.7. feiern wir wieder ein Gottesdienst im Gemeindehaus,
    der auch online zu sehen ist. Beginn ist um 10 Uhr. Kai Maaß predigt über das Thema: „Am Puls der Zeit.“ Bitte meldet euch ab nächstem Woche Donnerstag dazu an.

So. Und nun wünsche ich euch allen eine gesegnete Restwoche und gute Erfahrungen mit dem Gott, der uns von Herzen liebt.
In Jesus Christus verbunden,
Christof Nickel