Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Mt 18, 20)

Wegweiser – Bibelworte zur Wochenmitte. 15.9.2020

„Abram zog aus, wie der Herr zu ihm gesagt hatte.“ 1.Mose 12,4

Die Geschichte der Berufung Abrams, der später einmal Abraham heißen sollte, lässt sich mit wenigen Worten zusammenfassen. Gott beruft ihn, sein bisheriges Lebensumfeld zu verlassen und aufzubrechen in ein Land, das er ihm zeigen würde. Ziel dieses Weges ist nicht nur die Verheißung einer neuen Heimat, die Abram von Gott zugewiesen bekommen sollte. Viel weitreichender und bedeutender ist daneben die Zusage eines gesegneten Lebens, das sich in Wachstum (großes Volk), Ansehen und Bedeutung (großer Name) als auch in positivem Einfluss (wirst ein Segen sein) ausdrücken sollte.

Dass sich Abram auf ein solches Versprechen einließ, dürfte ihm weder selbstverständlich noch leicht von der Hand gegangen sein. Es forderte all seinen Mut, dazu die Bereitschaft, sich bewusst unter Gottes Fürsorge zu stellen. Und Geduld brauchte er. Viel Geduld. Denn erst lange nachdem er mit seiner Sippe losgezogen war, bekam er von Gott weitere und konkretere Hinweise bezüglich seiner Zukunft. Und noch viel länger sollte es dauern, bis Abram auch erleben durfte, dass sich alle Zusagen Gottes erfüllten.

Es ist genau diese Spanne zwischen Verheißung, Bestätigung und erfahrener Erfüllung, die auch unseren Glauben immer wieder herausfordert. Da haben wir unser Leben unter die Herrschaft und die Verheißungen von Jesus Christus gestellt, sind also aufgebrochen aus einem Leben, in dem Gott keine zentrale Rolle spielte. Wir haben gehört, dass Gottes Geist uns führen wird in diesem neuen Leben, ja, dass wir Segensträger sein können für andere Menschen. Deshalb wurden wir von Gott ausgestattet mit besonderen geistlichen Gaben und Fähigkeiten, die uns helfen sollen, Segensspuren zu legen. Nun gilt es, all das in Anspruch zu nehmen und mit der Erfüllung der Zusagen Gottes zu rechnen. Was nicht selten Geduld braucht. Viel Geduld.

Da beten wir für Menschen, dass sie ihr Leben mit Gott ordnen können – doch sie tun sich schwer damit, sich für Gott zu öffnen. Wir beten und arbeiten dafür, dass sich Verhältnisse ändern, Gottes Liebe durch unser Tun spürbar in unserer Gesellschaft ausbreitet. Doch zugleich machen wir die Erfahrung, dass unser Tun scheinbar vergeblich ist und keine Früchte trägt.

  • Von Abram will ich heute lernen, an Gottes Vision einer Welt festzuhalten, in der sich sein guter Wille, seine Gnade und Liebe auch durch uns Christen offenbaren wird.
  • Ich will mir laut zusagen: Gib nicht auf, Großes von Gott zu erwarten.
  • Und ich will mutig einer Resignation und Müdigkeit trotten, die mich lähmen will, wenn sich die Zeit zwischen Verheißung und Erfüllung hinzieht.
  • Ich will glauben, dass Gott, so wie bei Abram, auch in unserem Leben und unserer Gemeinde die Verheißungen erfüllen, die er über uns gegeben hat.

Seid alle herzlich gegrüßt,
Christof Nickel