Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Mt 18, 20)

Gedanken und Informationen zum Wochenende 4.10.2020

Liebe Mitglieder und Freunde der FeG Siegen-Geisweid.

Kürzlich las ich einen Text, der mich zum Nachdenken in Bezug auf das Thema Hoffnung gebracht hat. Da ist der Bericht eines Ehepaares, die als Missionare nach Papua-Neuguinea gezogen sind, um dort eine medizinische Versorgung aufzubauen. Zugleich hatten sie den Auftrag, die Bibel in die Landessprache zu übersetzen.  Nach einiger Zeit bekam das Ehepaar ihr erstes Kind. Natürlich freuten sie sich sehr darüber. Ebenso die Einheimischen, die dieses kleine weiße Baby bestaunten.

Doch dann erkranke das Kind und starb schließlich an einer Infektion. Voller Trauer zimmerte der Vater mit eigenen Händen den Sarg für sein Kind und beerdigte es im Dorf. Die Einwohner schauten ihm zu, beobachteten alles ganz genau. Schließlich fragte einer von ihnen den Vater: „Dein Sohn ist gestorben. Werdet ihr jetzt weggehen?“ Auf die Antwort des Vaters, sie würden bestimmt in dem Ort bleiben antwortete dann der Mann: „Aber dann ihr werdet vielleicht auch noch krank werden und sterben!“ „Da machen wir uns keine Sorge. Wir sind in Gottes Hand, genau wie unser Kind.“

Diese Haltung ließ den Einheimischen nicht los. Er dachte lange nach und sagte schließlich: „Was seid ihr für seltsame Menschen! Ihr fürchtet den Tod nicht, und ihr könnt durch den Horizont sehen!“ Dabei fiel dem Missionar ein, dass er schon lange versucht hatte, das Wort „Hoffnung“ in die Papua-Sprache zu übersetzen, die den Begriff nicht kennt. Jetzt hatte er ihn gefunden.  Hoffnung bedeutet, ‚durch den Horizont sehen‘.

Christen sind Menschen, die Hoffnung haben, denn sie können durch den Horizont sehen. Sie bleiben nicht Gefangene der Verhältnisse, sondern haben bei allem, was ihnen widerfährt, Gottes verheißene Zukunft, seine unwiderstehliche Macht und Kraft ihm Blick; dazu den Ort, an dem es keinen Tod mehr gibt, keine Krankheit, keine Schmerzen, weil alles Elend dieser Welt überwunden ist.

Wie oft habe ich mich in den letzten Wochen und Monaten dabei ertappt, dass ich über schwierige, vielleicht sogar scheinbar hoffnungslose Zustände gesprochen habe. Ich lasse mich von politischen Verhältnissen, von Krankheitsstatistiken, von zunehmend anstrengenden zwischenmenschlichen Konflikten beeindrucken. Dabei überkommt mich nicht selten eine nervige Müdigkeit, die sich wie eine Mauer vor mir auftürmt. Aber es ist genau diese Mauer, die vor der Kraft christlicher Hoffnung weichen muss, weil jeder Blick in Gottes Wirklichkeit die Verhältnisse umpolt. Und so ist es auch eine Frage der Disziplin, auf was ich schaue, mich ausrichte und bestimmen lasse. Schauen wir auf den Herrn, können wir durch den Horizont blicken, um dann wieder erfüllt mit Hoffnung leben zu können.

Jemand hat mal gesagt: Hoffnung ist ein Experiment mit der Zukunft. Ein Vorwegnehmen dessen, was Gott tun kann und will. Spannend, so zu denken. Spannend, in dieser Haltung zu beten. Und noch spannender ist es schließlich, auf dieser Basis Entscheidungen zu treffen und hoffnungsvoll zu handeln als Menschen, die Hoffnung haben.

„Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid.“ Epheser 1,18

Blicken wir durch den Horizont ?!


Was steht an?

  • Zuerst der Festgottesdienst zum Abschluss des Biblischen Unterrichts am 4. Oktober. Ich lade all diejenigen ein, ihn über unseren Livestream zu verfolgen, die sich bis jetzt noch nicht angemeldet haben. Hier ist der passende Link dazu: https://www.youtube.com/watch?v=yL9qzikAyv8
  • Einladen möchte ich auch zum Lobpreisabend, der am gleichen Tag um 19 Uhr im Gemeindehaus stattfinden wird. Weitere Informationen dazu, sowie die Möglichkeit zur Anmeldung findet ihr hier: https://siegen-geisweid.feg.de/events/lobpreisabend/
  • „Bibellesen und Beten“ – ab Donnerstag, den 1.10.2020, 17 Uhr bieten wir wieder eine Bibel- und Gebetsstunde im Gemeindehaus an.
  • Im Oktober führen wir eine Sammlung durch, die für die allgemeine Arbeit unseres FeG Bundes bestimmt ist. Wir bitten alle Gemeindeglieder, die für diesen wichtigen Arbeitszweig spenden möchten, dies bis Ende Oktober per Überweisung auf unser Gemeindekonto zu tun – jeweils mit dem Vermerk „Bundesopfertag“.
  • Herbstzeit – Erkältungszeit. Die angeordneten Hygieneregeln geben vor, dass Besucher mit Erkältungssymptomen (Husten, etc.), nicht an Gottesdiensten und anderen Gemeindeveranstaltungen vor Ort teilzunehmen können. Bitte beachtet diese Einschränkung und schaut euch stattdessen den Gottesdienst online an.

Ich wünsche ich euch allen ein gesegnetes Wochenende und eine bewahrte Woche.
In unserem Herrn sind wir verbunden,
Christof Nickel