Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Mt 18, 20)

Wegweiser – Bibelworte und Informationen zur Wochenmitte.  9.12.2020

„Freut euch! Eine Aufforderung begleitet uns durch die Adventszeit: „Freut euch alle Zeit!“, sagt uns Paulus im Philipperbrief 4,4.

Doch kaum gehört, schon liegt uns wahrscheinlich schon der Einwand auf den Lippen. „Paulus, ist das nicht ein wenig weltfremd? Freude kann man doch nicht einfach so befehlen. Und ist nicht sogar derjenige, der „alle­zeit“ fröhlich ist, eher suspekt. Kein Tag ist schließlich so wie der andere. Manchmal fühlen wir uns im Stress, sind zugeschüttet mit Sorgen, Herausforderungen und Dingen, in die wir ohne uns entscheiden zu können hineingeworfen wurden. An­dere Tage kommen vielleicht etwas ruhiger da­her. Trotzdem ist uns ein andauerndes freudiges Gefühl fremd. Doch Paulus bleibt da­bei: „Freut euch allezeit“. Also immer. Vom Aufstehen am Morgen bis zum Ende des Tages. Freuet euch!

Ist das überhaupt möglich, so zu leben?

Von Martin Luther, der einmal die christliche Freude den „Doktorhut des Glaubens“ genannt hat, wird erzählt, dass ihn eines Tages eine tiefe Schwermut befiel. Die war so stark, dass er nichts mehr arbeiten, essen und auch nicht mehr beten konn­te. Seine Frau machte sich ernste Sorgen. Sie wusste keinen Rat mehr. Da ver­suchte sie ein Letztes: Kurz entschlossen zog sie schwarze Kleider an und klopfte an die Tür des Arbeitszimmers. Erschrocken sah Luther auf und fragte: „Wer ist ge­storben?“ Worauf sie antwortete: „Wenn du nicht ar­beitest, betest, sprichst, singst, dann ist Gott tot und ohne Macht!“ Diese Worte trafen ihn wie ein Blitz. Alle Anfechtung und Mutlosigkeit hatten ihn weit von Gott fortgetrieben. Er erkannte seine Situati­on und rief: „Er lebt!“. Es gibt also keinen Grund, zu verzwei­feln.

Luther hatte in die­sem Moment etwas neu begriffen. Freu­de ist für Christen nicht vom Erlebten oder von Erfahrun­gen abhängig. Chris­ten leiten alle Freude von Je­sus Christus ab. Al­so von dem Herrn, der bereit war, alles für uns zu geben – sogar sein eigenes Leben. Er hält unser Leben in seinen Händen, er wird uns geben, was wir brauchen. Darum ist es gut, diesen Grund der Freude an Gott immer wieder neu für sich zu ent­decken.

Beim Entdecken dieser Freude geht es nicht um einen Aktionismus, der uns (ausgenommen in Coronazeiten) in der Vorweihnachtszeit gerne überfallen will. Merkwürdig, spricht man doch oft vom „Fest der Freude“ und tut dabei doch alles, dass genau Gottes Freude kaum bei uns ankommen kann.

Deshalb meine Empfehlung:

  • Nimm dir in den kommenden Tagen jeweils 10 Minuten Zeit und stelle dir die Frage, was es mit Gottes Freude auf sich hat. Lies dazu bewusst einmal die Bibelstellen, die in die Adventszeit hineingehören. Ich garantiere dir, du wirst dich wundern, wie viele Gründe Gott dir zeigen wird, dass du dich freuen kannst.
  • Oder höre dir mit dem Textbuch in der Hand eines der großartigen Weih­nachtsoratorien an. Ich bin mir sicher, dass dir (gerade bei J. S. Bach) die Augen und das Herz aufgehen wird. Vielleicht singst du dann auch noch laut mit: „Jauchzet! Frohlocket!“. Es hilft garantiert gegen den Winter- und Corona-Blues.
  • Natürlich kannst du auch einen lieben Menschen anrufen, den du momentan nicht sehen kannst. Sprich mit ihm ausnahmsweise mal nicht über Corona – sondern ganz bewusst über das Thema „Gottes Freude“. Ich bin mir sicher: Diese Blickrichtung auf Gott wird euren Blick auf das Leben und die Umstände verändern. Freudig verändern!

Informationen aus dem Gemeindeleben

Wir laden ein zum Gottesdienst am 3. Advent, zu dem auch ein Kindergottesdienst und eine Aufzeichnung angeboten wird, die über unsere Homepage online angeschaut werden kann.

  • Die Teilnahme am Gottesdienst ist leider nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Dankenswerterweise nehmen viele Besucher an unseren Gottesdiensten teil. Das hat allerdings zur Folge, dass wir inzwischen mehrmals die maximal mögliche Besucherzahl erreicht haben. Deshalb bitten wir darum, sich rechtzeitig bis spätestens Samstag, 17 Uhr über das Anmeldeformular unserer Homepage – oder telefonisch unter der Nummer 67345115 anzumelden.
  • Wenn mehr Anmeldungen eingehen, als Plätze vorhanden sind, werden wir uns bis Samstag 19 Uhr melden.
  • Sollte jemand feststellen, dass er kurzfristig nicht am Gottesdienst teilnehmen kann, bitten wir um eine kurze telefonische Nachricht (67345115) an die Pastoren, die dann anderen Besuchern die Teilnahme am Gottesdienst ermöglichen können.
  • Und noch einmal: Wir weisen darauf hin, dass Menschen mit Krankheitssymptomen (Hustenreiz, Schnupfen, Fieber etc.), nicht zum Gottesdienst ins Gemeindehaus kommen können. Wir empfehlen die Aufzeichnung im Internet.

Namens- und Telefonlisten

Als Gemeindeleitung ist es uns sehr wichtig, dass wir in diesen schwierigen Monaten untereinander Kontakt halten. Da direkte Begegnungen momentan nur begrenzt möglich sind, verweisen wir auf die Möglichkeit, per Telefon miteinander zu reden. Um dies zu erleichtern, haben wir eine Namens- und Telefonliste vorbereitet, in die all diejenigen Personen aufgenommen wurden, die uns mit ihrem ausgefüllten Personendatenbogen die Einverständniserklärung zur Datenverarbeitung gegeben haben.

Wer kann eine solche Liste erhalten?
Nur Personen, die die dem Personendatenbogen beigefügte Verpflichtung zur Einhaltung des Datengeheimnisses unterschrieben haben, können die Liste erhalten. Wir werden bei der Ausgabe nochmals auf den ordentlichen Umgang mit der Liste hinweisen und die Empfänger namentlich festhalten.

Sprecht uns bitte an oder schickt uns eine Nachricht, solltet ihr an dieser Liste Interesse haben. Wir werden versuchen, diese dann zeitnah auszugeben.