Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Mt 18, 20)

Passionsandachten Teil 4: Worte Jesu vom Kreuz herab gesprochen

von Kai Maaß

Es ist vollbracht …

Es war der 13. Juli 2014 gegen 23.30 Uhr, da rief Tom Bartels „Jetzt ist es vollbracht. Ja, ja und nochmal ja. Deutschland ist zurück im Fußballhimmel. Weltmeister.“ Es ist vollbracht. In diese Weltmeisterschaft ging Deutschland mit der Mission – den vierten Stern zu holen. Und am Ende brachte sie das, zumindest laut Tom Bartels, in den Fußballhimmel. Mission erfüllt. Es war vollbracht. Diesen Ausdruck berühmt gemacht hat allerdings nicht Tom Bartels, sondern 2000 Jahre vorher Jesus. Kurz vor seinem Tod am Kreuz sagte Jesus: „Es ist vollbracht.“ Im griechischen Originaltext ein einziges Wort: Telestai. Es folgt keine weitere Erklärung, sondern nur dieses eine Wort. Er sprach es aus, dann neigte er den Kopf und starb.

Nun frage ich mich, an was dachte Jesus als er sagte „Es ist vollbracht“. Fünf Gedanken kommen mir.

  1. Telestai — Es ist Vollbracht. Dieser Ausdruck hat ja durchaus etwas triumphales. Am Kreuz standen etliche Menschen. Viele von ihnen waren bei der Anklage dabei, als das Volk über Jesus das Urteil sprach: „Kreuzige ihn.“ Das riefen sie ihm zu. Nun hing er da, am Kreuz und was ruft er zurück: Es ist vollbracht. Er ruft nicht: Ich bin gescheitet. Er ruft nicht: Ich habe versagt. Sondern er macht deutlich, es ist geschafft. Die Sünder sind wieder mit Gott versöhnt. Denn der Zorn Gottes wurde besänftigt. Gott und die Menschheit können wieder Frieden schließen. Der Satan hat verloren. Jesus geht als Sieger hervor.
  2. Telestai — Es ist vollendet. Jesus hat seinen Auftrag erfüllt. Sein Leben hatte genau eine Mission und diese musste am Kreuz enden. Er ist am Ziel angekommen. Das wusste er. Jetzt hatte er alles getan, wozu er gekommen ist. Und so gibt er sein Leben auf. Selbstbestimmt. Bis zum letzten Moment hatte er die Kontrolle. Vollendet. Und so starb er am Kreuz. Wobei das Kreuz nicht das Schlusswort hat, aber doch ist es das Kreuz, was die Menschen in den Himmel bringt. Natürlich nicht den Fußballhimmel, wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft, sondern hinein in die Gegenwart Gottes.
  3. Telestai — Es ist ausgeführt. Durch sein Leben sollte Jesus die Herrlichkeit Gottes offenbaren. Das hat getan. Gott wurde Mensch. Wer Jesus kennengelernt hat, der hat keinen gewöhnlichen Menschen erblickt, sondern der schaute in die Augen Gottes. Durch sein Reden und durch sein Handeln konnten die Menschen Gottes Charakter erkennen. Sie haben erfahren, wie Gott ist. Schau dir das Leben von Jesus an und du wirst wissen, wie Gott ist.
  4. Telestai — Es ist erfüllt. Wenn wir uns die Begegnungen anschauen, die Jesus in seinem Leben hatte. Dann hört man in den Diskussionen immer wieder eine Kernfrage heraus: Wie ist es möglich die Vorschriften Gottes einzuhalten. Was ist das wichtigste Gebot? Die Antwort ist ziemlich einfach: Keiner kann das. Keiner kann alle Gebote halten.. Alle Menschen sind Sünder. Mit einer Ausnahme. Jesus. Jesus war ohne Schuld. Im Alten Testament gab es dann den Versuch die Schuld zu begleichen. Durch Opfertiere. Diese Tiere mussten perfekt sein. Doch das Blut der Opfertiere konnte die Sünde nur bedecken. Das Blut Jesu aber wäscht uns rein. Wischt die Sünde weg. Es brauchte den Sohn Gottes, der ohne Schuld ans Kreuz genagelt wird und rufen kann: Jetzt ist das Gesetz erfüllt.
  5. Telestai — Es ist bezahlt. Jesus hat dich freigekauft. Die ganze Schuld die dich niederdrücken möchte, hat er auf seine Schulter genommen. Deinen Egoismus, deine Lüge, deine Fehler, aber auch deine Schmerzen, dein Leid. Für all das ist Jesus gestorben. Er will es dir abnehmen und für dich tragen. Aber es hat ihn etwas gekostet. Sein Leben. Er hat gesagt: Ich gebe mein Leben auf, damit du Zugang zu Gott hast. Mit seinem Tod am Kreuz hat er das Lösegeld bezahlt. Bei Lösegeld geht es ja immer darum eine Schuld zu begleichen. In diesem Fall ist es unsere Schuld die beglichen wurde. Er hat alles bezahlt.

Telestai. Vollbracht, vollendet, ausgeführt, erfüllt, bezahlt. Zum Schluss noch etwas persönliches. Für dich und für mich hat Jesus das getan. Gottes Sohn starb freiwillig am Kreuz, damit wir Zugang zu Gott haben. Er hat unsere Schuld auf sich geladen.

Wo du dir nicht selbst vergeben kannst, dann spricht Jesus: Es ist vollbracht.
Da wo dich Schmerzen zerdrücken wollen, da spricht Jesus: Es ist vollbracht.
Wenn du einfach nur noch verzweifelt bist, dann sagt Jesus: Es ist vollbracht.
Wenn du alles verloren hast und keine Hoffnung mehr siehst, dann sagt Jesus: Es ist vollbracht.

Denn das ist der Ausruf eines Siegers. Jesus ist der Sieger. Er ist am Ziel angekommen und hat seine Mission erfüllt. Für dich. Damit du Anteil haben kannst an seinem Sieg.