Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Mt 18, 20)

Gedanken und Informationen zum Wochenende, 11.4.2021

von Präses Ansgar Hörsting

Wir werden irgendwann in der Post-Corona-Zeit landen: wie auch immer – wann auch immer. Wenn ich mir diese Zeit vorstelle, dann wechseln vor meinem inneren Auge in rasender Geschwindigkeit verschiedene Bilder und Eindrücke.

REALISTISCHE ERWARTUNGEN EINÜBEN

Das Erste, was ich sehe, ist eine Welt voller Lebensfreude und Lebensdurst. Ich sehe Umarmungen, Grillabende und Konzerte. Manches still, anderes geradezu gierig. Man will das Leben spüren. Und ich sehe Gottesdienste voller Gesang und Begegnung, voller Begeisterung und wuseligen Foyers. Je pandemüder ich bin, desto mehr sehne ich mich danach.

Danach sehe ich Menschen, die den Kaffee im Foyer nicht mehr genießen können, weil ihnen der Geschmackssinn abhandengekommen ist. Ich sehe andere, die einen Angehörigen verloren haben. Ihre Freude ist gehemmt. Und obwohl ich am liebsten wegsehen will, sehe ich eine Welt voller neuer Krisen. Ich habe gelernt, dass eine realistische Erwartungshaltung hilft, bei neuen Herausforderungen nicht sofort frustriert aufzugeben, sondern dranzubleiben. Deswegen ist das eine wichtige Perspektive, wie mir scheint. Ich will sie nicht ausblenden.

RELEVANTE ANTWORTEN GEBEN

Aus einer wiederum anderen Perspektive sehe ich eine Welt, für die wir einen Auftrag haben. Es gibt den Auftrag Gottes an seine Menschen, die Erde zu pflegen, zu schützen und zu gestalten. Das nächste Virus kommt bestimmt, auch weil Lebensräume zerstört und Tiere zum Teil in unwürdigen Verhältnissen gehalten werden. Weil der Mensch Raubbau betreibt. Wir brauchen intelligente Lösungen für komplexe Fragen. Ich bilde mir nicht ein, sie zu haben, ich weiß nur: Es baucht helle Köpfe, Innovation und Bescheidenheit.

Und es gibt den Auftrag Jesu an seine Jünger, so wie er in der Welt zu sein, das Evangelium zu sagen, Menschen zu Nachfolgern Jesu zu machen und in die Beziehung zu Gott zu rufen. Das gilt hier und das gilt für alle Ewigkeit. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass bei allem Schutz für das Leben immer noch gestorben wird. Und das ist sicher: Menschen brauchen eine Antwort für mehr als dieses Leben. Einige fragen danach, andere nicht, aber relevant ist es für alle.

INTERESSE AN JESU BARMHERZIGKEIT

Schließlich der Blick Jesu. Wie sieht Jesus diese Welt und die Welt, wie sie sein wird? Ich frage mich: Worüber freut sich Jesus? Worüber ärgert er sich? Was macht ihn traurig? Ich lese die Evangelien und lerne von ihm, hinzusehen. Und ich bete, dass der Heilige Geist mein Herz und meinen Blick verändert. Menschen haben Interesse an Jesus, aber die Kirche lehnen sie ab. Wie Kirchen oder deren Vertreter die Welt sehen, interessiert kaum jemanden.

Aber wie Jesus die Welt sieht, das ist von Interesse. Er freut sich über einen Menschen, der umkehrt und zu Gott findet. Er ärgert sich über seine Jünger, die die Eltern und deren Kinder davon abhalten, zu ihm zu kommen. Er ist traurig über die Witwe, die nun auch noch ihren einzigen Sohn verlor. Er sieht diese Welt mit dem Blick der Barmherzigkeit. Und kritisiert wenig so intensiv wie Hartherzigkeit. Und ich bete, dass er mich durch seinen Heiligen Geist genauso formt. Es ist nötig. Ich spüre es. Und so sehe ich lebendige Gemeinden, die mit den Augen Jesu sehen und tun, was er ihnen aufträgt. Schwach sind sie – in der Kraft des Heiligen Geistes.

MIT GOTTES AUGEN HINSCHAUEN

Mitte Februar fand das „FeG-Podium“ mit über 400 Teilnehmenden statt. Burchard Leppert war dabei, ein Pastor im Ruhestand, Begleiter unzähliger Menschen und Seelsorger auf Bundesjugendtreffen. Er musste im Corona-Jahr 2020 wegen eines folgenschweren Unfalls viel Zeit in Krankenhäusern und Rehas verbringen. Es war auch eine Zeit voller Begegnung. Er meinte: „Jetzt ist die Zeit, in der die Menschen, die schon lange nichts mehr mit Glauben, mit Gott, mit Frieden oder Vertrauen zu tun hatten, mit Gottes Liebe erreicht werden können.“ Das war für mich ein echter Durchblick. So schaut Gott in diese Welt. Hungrige und verletzliche Menschen sind auf dem Herzen Gottes und er legt sie auf unser Herz. Schauen wir hin.

(aus: Christsein heute 4/2021)

Informationen zu unseren Gottesdiensten

  • Gottesdienste im Gemeindehaus

Die Gemeindeleitung strebt an, wenn möglich ab dem 25. April wieder Gottesdienste im Gemeindehaus anzubieten. Bis dahin laden wir dazu ein, unsere Online-Gottesdienste zu verfolgen, die an jedem Sonntag ab 10 Uhr über unsere Homepage und unseren YouTube Kanal gesendet werden.

  • Online-Gottesdienst am 11.4., 10.00 Uhr
    Predigt: Thomas Petri, Thema: „Alles bleibt anders…“, Johannes 21, 1-14
  • Online-Gottesdienst am 18.4., 10.00 Uhr
    Predigt: Henrik Otto / Bernd Kanwischer, Thema: „Mutig glauben. Gerade jetzt!“

 

  • MUTIG MITEINANDER

Ein inspirierender Miteinander-Tag für alle Mitarbeitenden unserer Gemeinde am 17. April 2021, Kernzeit: 9-13 Uhr

Als Mitarbeitende brauchen wir derzeit eine extra Portion Mut und Kreativität. Genau darum geht es bei der Impulstag MUTIG MITEINANDER, der von unserem FeG Bund entwickelt wurde und es wirklich in sich hat. Es erwarten dich Impulse und Workshops zu (fast) allen Bereichen der Mitarbeit. Du entscheidest, was du am meisten brauchst. Wir sind überzeugt: Das wird eine starke Zeit. Als Gemeindeleitung ermutigen wir euch ausdrücklich zur Teilnahme. Kosten fallen für euch keine an. Anmeldeschluss ist am 11.4. – bis dahin solltet ihr euch für die angebotenen Seminare angemeldet haben. https://miteinandertag.feg.de/   Solltet ihr Fragen haben, könnt ihr gerne die Pastoren ansprechen.

 Infomail von Christiane Held

Unsere Missionarin in Saratov/Russland, Christiane Held, hat einen ausführlichen Infobrief geschrieben, der dieser Wochenendmail beifügt ist.

  • Kinder-Herbstfreizeit

Vom 18. bis 21. Oktober 2021 fahren wir mit anderen FeG-Kreisgemeinden auf Kinderfreizeit. Die Anmeldung ist seit heute offen. Für die Freizeit haben wir einen Werbetrailer erstellt. Angucken könnt ihr den hier: https://www.youtube.com/watch?v=2PhZN5f4H_E

  • Verabschiedung

In diesen Tagen verlassen zwei Gemeindeglieder Siegen, um zukünftig in Münster zu arbeiten und zu leben. Katja und Mark S. sind über viele Jahrzehnte aktiv in unsere Gemeindearbeit eingebunden gewesen. Sie haben sich mit ihren Gaben, ihrer Kraft und Liebe eingebracht, um anderen Menschen zu dienen und ihnen die Liebe unseres Herrn greifbar zu machen. Wir danken ihnen von Herzen für ihr großes Engagement und ihre Verbundenheit. Gott segne euch auf eurem weiteren Lebensweg und schenke euch neben einem guten Start in der neuen Umgebung, auch eine neue Gemeinde mit netten Menschen, die euch gerne aufnehmen. Auf Wiedersehen!