Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Mt 18, 20)

Gedanken und Informationen zum Wochenende, 18.4.2021

von Christof Nickel

„Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“    1. Korintherbrief 15,10

Wir wissen heute, dass jeder Mensch ein gesundes Maß an Anerkennung und Wertschätzung für die Entwicklung seiner Persönlichkeit benötigt. Wer nie Bestätigung oder Achtung erfährt, wird kaum ein Selbstwertgefühl entwickeln, das ihm helfen kann, selbstbewusst das Leben zu gestalten. Wir wissen aber auch von Menschen, bei denen das Ringen um Anerkennung und Beachtung eine so zentrale Rolle spielt, dass sie auf andere sehr anstrengend wirken. Ständig müssen sie sich ins Gespräch bringen, herausstellen, wie gut sie sind. Sie haben kaum einen Blick für andere und deren Themen – immer wieder sorgen sie mehr oder weniger auffällig dafür, dass das, was sie leisten und für wichtig halten, in den Vordergrund tritt.

Auch der Apostel Paulus kennt dieses Thema in seinem eigenen Leben. Als engagierter Theologe und Vertreter der jüdischen Gesetze hatte er es sich zur Aufgabe gemacht, die neu entstandenen Christengemeinden aufzuspüren und zu verfolgen. Er hatte die jüdischen Religionshüter hinter sich und tat sich vor ihnen mit seiner Strenge hervor. Dafür konnte er sich der Anerkennung seiner Volksgenossen sicher sein und auch vor seinen eigenen strengen Maßstäben bestehen. Er war jemand, er war erfolgreich, erstellte etwas dar.

Als ihm dann eines Tages der auferstandene Christus persönlich begegnet (nachzulesen in der Apostelgeschichte Kap. 9), beginnt in ihm ein Veränderungsprozess, der sein bisheriges Wertesystem und seine Selbsteinschätzung gründlich infrage stellt.

Jahre später redet er anders von sich. Er ist ein Nachfolger von Jesus geworden und bekennt: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ Ja, auch jetzt kann er auf eine Zeit erfolgreicher Arbeit zurückschauen. Engagiert hat er Gemeinden gegründet, Mitarbeiter ausgebildet und begleitet. Er hat weite Reisen in der ganzen antiken Welt unternommen und überall Spuren des Evangeliums hinterlassen. Wie viele Menschen durch seine Predigten zu Nachfolgern von Jesus Christus geworden sind, kann man kaum zählen. Eine beeindruckende Lebensleistung!

Und doch geht Paulus mit diesen Erfolgen diesmal anders um. Er macht seine Person und sein Selbstwertgefühl nicht davon abhängig. Gottes Gnade, Gottes Berufung und Gottes unverdiente Liebe sind nun die Basis seines Lebens. Alles, was durch seine Arbeit entstanden ist, schreibt er Gottes Gnade zu. Und das macht ihn innerlich frei und dankbar zugleich.

Je länger ich als Pastor in der Gemeindearbeit engagiert bin, umso klarer wird für auch mich die Grunderfahrung des Paulus: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ Was wirklich Wert hat in meinem Leben, was letztlich trägt und bleibt – ist allein ein Geschenk Gottes.

Dass es Aufbrüche in Gemeinden gibt, Menschen Jesus Christus als Herrn erkennen, ihm nachfolgen und geistlichen Tiefgang gewinnen, das ist alleine Gottes Verdienst und Wirken. Darum sind wir als Christen aufgefordert Gott zu bitten, dass der Herrn der Gemeinde uns gebraucht und befähigt, seinen Auftrag zu tun. Damit sich alles um ihn dreht – und nicht um uns.

Informationen aus dem Gemeindeleben

  • Gottesdienste – bis Ende April nur als Online Angebot

Die Gemeindeleitung hat aufgrund der bestehenden Infektionslage und gemäß den Verordnungen des Kreises beschlossen, bis vorerst Ende April auf Präsenzveranstaltungen im Gemeindehaus zu verzichten. Bis dahin laden wir dazu ein, unsere Online-Gottesdienste zu verfolgen, die an jedem Sonntag ab 10 Uhr über unsere Homepage und unseren YouTube Kanal gesendet werden.

Online-Gottesdienst am 18.4., 10.00 Uhr
Predigt: Henrik Otto / Bernd Kanwischer, Thema: „Mutig glauben. Gerade jetzt!“

  • „MUTIG-MITEINANDERTAG“ – anschließende Austauschrunde

Wir freuen uns darüber, dass sich einige unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu diesem Treffen unseres FeG Bundes angemeldet haben. Es wäre nun schön, wenn wir uns direkt nach Veranstaltungsende zu einer kurzen Austauschrunde treffen könnten. Dafür planen wir ca. 30 Minuten ein und starten um 12.30 Uhr. Bitte meldet euch für diese Austauschrunde über den folgenden Link an. https://zoom.us/j/93260514376

  • Kinder-Herbstfreizeit

Vom 18. bis 21. Oktober 2021 fahren wir mit anderen FeG-Kreisgemeinden auf Kinderfreizeit. Die Anmeldung ist seit heute offen. Für die Freizeit haben wir einen Werbetrailer erstellt. Angucken könnt ihr den hier: https://www.youtube.com/watch?v=2PhZN5f4H_E

  • Flüchtlingsfamilie aus dem Lager Moria braucht Hilfe

Wir haben Kontakt zu einer Familie, die aus dem Flüchtlingslager Moria zu uns gekommen ist. Nahid berichtet, dass sie dringend warme Kleider, Jacken, Hosen etc. benötigen. Zur Familie gehören neben den Eltern zwei Mädchen (7 + 9 Jahre) und ein Junge (4 Jahre). Wer helfen kann, wende sich bitte an Kai Maaß und Christof Nickel.

  • Geburtstage dieser Woche

Wir gratulieren allen Gemeindegliedern, die in dieser Woche ihren Geburtstag feiern und hier genannt werden wollen und wünschen Gottes reichen Segen für das neue Lebensjahr.
„Er wird mich ans Licht bringen, dass ich meine Freude an seiner Gerechtigkeit habe.“  (Micha 7,9)