Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Mt 18, 20)

Gedanken und Informationen zum Wochenende, 27.3.2022

von Pastor Christof Nickel

Nun Gottesbilder, also Vorstellungen über Gottes Charakter, Wesen und sogar Aussehen gibt es viele. Manche dieser Vorstellungen finden Ausdruck in den Bildern und Skulpturen der großen Meister der Kunstgeschichte. Wer kennt nicht Michelangelos „Schöpfung Adams“, auf dem er sich Gott in der Gestalt eines griechischen Gottes mit Rauschbart vorstellt? Im Gegensatz dazu verzichten Ikonenmaler ganz auf die figürliche Darstellung Gottes. Ihnen genügt es, seine Herrlichkeit anzudeuten, indem sie dafür reines Gold auf ihre Bilder auftragen. Damit nehmen diese Maler das alttestamentlich Gebot ernst, sich kein Bild von Gott zu machen.

Bemerkenswert ist nun, dass wir dennoch in der Bibel Schilderungen von Menschen haben, die in prophetischer Sicht Gott gesehen haben und ihn wie als eine „Gestalt menschlichen Aussehens“ beschreiben (nachzulesen bei Hesekiel 1,26). Ebenso lesen wir im Buch Daniel von einem visionären Traum, der Gott wie „wie eines Menschen Sohn“ (Daniel 1,14) darstellt, dem göttliche Macht gegeben wird.

Ich finde es interessant, dass Jesus einmal genau diese Beschreibungen Hesekiels und Daniels von Gott als dem „Menschensohn“ aufgegriffen hat, um seinen Jüngern eine Vorstellung von Gott zu illustrieren. Sie waren zusammen unterwegs in die heilige Stadt Jerusalem. Die Jünger träumen unterwegs erwartungsvoll von dem kommenden Gottesreich, das nach den Worten von Jesus bald anbrechen sollte. Doch ihre Vorstellungen über dieses Reich Gottes waren typisch menschlich – geprägt von Machtdenken und Streben nach Ansehen. Gedanklich malten sie sich aus, welche Positionen sie in Gottes Reich einnehmen würden. Jakobus und Johannes baten Jesus sogar: „Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit!“

Doch Jesus wies sie hart zurecht. Solche Vorstellungen von Gott und seiner Herrschaft sind – typisch menschlich – einmal mehr viel zu klein gedacht. Diese Gottesbilder erfassen nicht, was Gott über alles Verstehen hinaus sein möchte, nämlich nicht ein Abklatsch irdischer Herrschaftsverhältnisse und unerfüllter Machtgelüste.

Gott ist anders. Er tritt auf, wie ein einfacher Mensch und kommt uns nahe in der Gestalt eines Dieners. Mehr noch: Wer Gott denken will, muss ihn als den erkennen, der sich selbst in die Sklaverei verkauft, um vielen Schuldsklaven die Freiheit zu schenken.

Das ist sein Auftrag, das Geheimnis, welches es gerade in der Passionszeit bis Ostern zu ergründen gibt. Es ist der Weg des „Menschensohns“, der um unseretwillen bereit ist, auf alle Göttlichkeit zu verzichten, um jeden Menschen, der ihm vertraut, Versöhnung mit Gott zu schenken.

Ich wünsche euch allen eine spannende Reise durch die Passionszeit mit vielen überraschenden Begegnungen mit dem Gott, der jeden „Denkrahmen“, jedes Bild über ihn sprengen wird, weil er uns in aller Radikalität dienen will.

 

Informationen aus dem Gemeindeleben

  • Gottesdienste (Achtung! Beginn der Sommerzeit)

27.3., 10 Uhr    Gottesdienst / Kigo, anschl. Gemeindeversammlung

An diesem Sonntag werden wir die Sammlung für den „Spendentag 1“ des FeG Bundes durchführen, die dem Arbeitsbereich „Evangelisation und Gemeindegründung“ zugutekommt. Durch unsere Gebete und unseren finanziellen Beitrag am FeG-Spendentag unterstützen wir Gründerinnen und Gründer von Gemeinden, dranzubleiben und Menschen zu Jesus Christus zu begleiten. Gerne kann auch eine Spende als Überweisung auf eines unserer Konten mit dem Hinweis „Spendentag 1“ erfolgen.

 3.4., 10 Uhr      125 Jahre FeG Siegen-Geisweid / Kigo / Gastpredigt: Hannes Krupinski / anschließend Begegnungen am Grill
  • Gemeindeversammlung am 27.3.2022

Im Anschluss an unseren Gottesdienst laden wir zur ersten Gemeindeversammlung 2022 ein. Beachtet bitte die im Gemeindehaus aushängende Tagesordnung.

  • Bibelgespräch und Gebet am 31.3.2022 – weiterhin jeweils um 15 Uhr!  .

  • Hilfe für Menschen aus und in der Ukraine

Bitte beachtet die Informationen der Allianzmission und FeG Katastrophenhilfe die aufzeigen, wie wir in dieser herausfordernden Krise als Gemeinde und als Einzelpersonen helfen können. Die Möglichkeiten reichen von aktuellen Gebetsanliegen über Spendenaktionen bis hin zu Möglichkeit, kurzfristig Menschen aufzunehmen.

Links: https://feg.de/ukrainehilfe/  und   https://feg.de/feg-ukrainehilfe-allianz-mission/

  • Gebet für den Frieden in der Ukraine

Gemeinden, die sich zur evangelischen Allianz in Siegen halten, laden bis Ostern zu gemeinsamem Gebet ein. Die Gebetszeiten finden, über Gemeindegrenzen hinweg, in Siegen, an verschiedenen Wochentagen und Orten:

Mittwoch, 30. März 2022   – FeG Sohlbach, Gutenbergstraße 54, um 19.30 Uhr / Evangelische Talkirche Klafeld, An der Talkirche 2, um 19 Uhr für eine 1/2 Stunde

Freitag, 08. April 2022    – FeG Weidenau, Wilhelm-von-Humboldt-Straße 4, um 19.30 Uhr

 BITTE BEACHTEN – Hygieneregeln für Veranstaltungen im Gemeindehaus

Wegen der aktuellen Coronasituation gilt auch weiterhin, dass Veranstaltungen im Gemeindehaus nur möglich sind, wenn alle Teilnehmenden während der gesamten Zeit im Haus Masken (FFP-2 oder med. Masken) tragen und die 3G Regelung erfüllen.